WJAX 2015 München 01.11.2015 - 05.11.2015

Ich hatte das Glück, durch einen internen Wettbewerb meines Arbeitsgebers, ein Ticket für die ersten 4 Tage der diesjährigen W-JAX zu bekommen. Also Koffer gepackt und am 01.11.2015 ab in den ICE nach München. Nach einigen, wie immer spannenden Erfahrungen mit dem Preis / Leistungsverhältnis der Deutschen Bahn, ging das ganze auch recht reibungslos vonstatten.

Zuerst die Frage: Mit welchen Erwartungen fährt man eigentlich zu einer Konferenz? Nunja, da es sich nicht um den ersten Konferenzbesuch handelte, war dies nun nicht mehr komplettes Neuland. Daher waren die Erwartungen an dieser Stelle schon weitestgehend fachlich geprägt, da der Ablauf nicht so neu und aufregend ist. Ich habe also für mich erwartet, mir einen Überblick über aktuelle Trends und Strömungen im Bereich der Java-Welt, insbesondere im Bereich der Web-Welt im Java Ökosystem zu verschaffen.

Die Vortragsthemen waren im Voraus durch die Agenda bereits bekannt, somit konnte ich mich entsprechend vorbereiten. Meine Schwerpunkte legte ich (insbesondere aus aktuellem Projektkontext heraus) auf die Bereiche: AngularJS, REST, Security, JavaScript. Aber auch abseits davon wollte ich einen Blick werfen, insbesondere auf den "Microservices" hype oder auch auf Frameworks wie "React" von facebook. Kurzum, 4 vollgepackte Tage mit umfangreichem Programm.

Zum Rahmen der Conference ist zu sagen, dass der Veranstaltungsort durchaus imposant wirkt. Das Westin Grand Hotel in München bietet eine edel wirkende Kulisse mit Marmorfußböden, einem Ballsaal und diversen Tagungsräumen auf 3 Etagen. Allerdings wirkte der Ort zu mancher Zeit doch sehr überfüllt. Insbesondere an den Kern-Tagen der Konferenz, von Di-Mi, war es doch ein ziemliches gedrängel auf den Gängen, auf denen auch noch namenhafte IT-Partner ihre Messestände aufgstellt hatten. Das Platzangebot an Stühlen war nicht immer in allen Tagungsräumen ausreichend, so musste bei beliebten Themen auch stehend zugehört werden. Bezüglich der Essensausgabe liegt das Problem wahrscheinlich eher im deutschen Touristen Schwarmverhalten, denn es war auf jeden Fall genug für alle da. Hungrig musste dort niemand in die Vorträge gehen. Die Qualität des Essens war ausgesprochen posotiv zu bewerten, wenn man beachtet, wieviele Personen gleichzeitig versorgt werden mussten.

Aber nun zum eigentlichen Plan: In den Bereichen die ich mir auf den geistigen Zettel geschrieben hatte, besuchte ich die folgenden Vorträge:

Architektur / Sicherheit:

  • So sieht's aus! Architekturüberblicke Tipps und Tricks - Stefan Zörner
  • Sicherheit in Single-Page-Webanwendungen - Philipp Burgmer
  • The Web Application strikes back - Dominik Schadow
  • Know your Enemies: Problembewusstsein als Grundlage von Änderung und Innovationsprojekten - Gernot Starke

Test:

  • Behaviour-driven Develoment in plain Java - Dr. Jan Schäfer

Agile Methodik:

  • Agile Verteilung: Geht nicht, gibts nicht! - Dr. Carola Lillienthal / Henning Schwentner
  • Agil wachsen - Judith Andresen
  • Train your Brain: Google Style - Markus Wittwer
  • Agile Coach zu werden ist nicht schwer... - Gerrit Beine
  • Ich gestalte mein Unternehmen mit - Konstantin Diener

Angular JS 1.x / 2.0 / ES6 / Typescript:

  • Angular JS 2.0 Migrationspfade von 1.x zu 2.0 - Manfred Steyer
  • AngularJS und TypeScript: verliebt, verlobt, verheiratet - Kai Tödter
  • Demystifying AngularJS 2 SPAs für das Web von Morgen - Philipp Tarasiewicz

REST:

  • REST 2015 - Silvia Schreier
  • REST Architekturen erstellen und dokumentieren - Martin Walter

React:

  • ReactJS und JavaScript 2015 Moderne Web-Technologien in Großprojekten erfolgreich einsetzen - Roman Schiefer
  • Mit React UI Komponenten für das Web entwickeln - Nils Hartmann

Mcroservices:

  • Reactive Design Pattern - Roland Kuhn
  • Reaktive Geschäftsanwendungen - Arno Haase

Laxar JS:

  • Einen Sack voll Flöhe hüten, oder: Choose your own Technology bei der Entwicklung modularer Webanwendungen - Tobias Haustein / Michael Kunze

Keynotes:

  • The Journey of a Bank where IT took the lead - ING
  • Application Services that learn - IBM
  • Connecting Things at Scale - SAP
  • Not just DevOps.. BizDevOps! - RedHat
  • Innovation in der Realität - Technologie in 99 Prozent der Projeckt - Accenture

Zu jedem der Vorträge hier ein einzlenes Feedback zu geben, würde hier den Rahmen sprengen. Die Qualität der Vorträge war durchmischt. Es gab informative Vorträge, motivierende Vortrage, Vorträge die begeistern, Vorträge die zum nachdenken anregten und Vorträge die enorme fachliche Tiefe besaßen.

Alles in Allem muss ich sagen, dass die Menge an komprimierter Information für 4 Tage schon wirklich enorm ist. Man kann einfach nicht alles behalten, was dort vermittelt wird. Wer den Anspruch hat, allwissend wiederzukehren wird enttäuscht sein, es bleibt an jedem selbst die Inhalte nun zu festigen, zu vertiefen und ins Unternehmen zu tragen. Ein besonders angenehmer Aspekt ist auf jeden Fall die Verfügbarkeit der Materialien, was die Teilnehmer davon entbindet, hektisch mitzuschreiben und die Möglichkeit schafft, sich wirklich auf die Vorträge zu konzentieren.

Da ich dieses Jahr das Glück hatte, an 2 Konferenzen teilnehmern zu dürfen, könnte man nun die Frage stellen: welche davon war denn besser, die W-JAX oder die JavaLand? Die Antwort ist: Ich denke das lässt sich so pauschal einfach nicht beantworten, beide haben ihre Stärken und Schwächen an verschienden Stellen. JavaLand hat eine tolle Location und familiäre Atmosphäre, man spürt viel stärker, dass die Veranstaltung aus der community heraus kommt, aber ist nicht so umfangreich wie die Wjax es ist (aber was nicht ist kann ja noch werden). Die WJax hingegen wirkt überlaufen und mehr auf kommerzielle Ziele des ausrichtenden Verlags ausgerichtet. Beide haben Vorträge mit guter Qualität die sich sehr gut ergänzen, selbst wenn man beide in einem Jahr besucht.

Ich für meinen Teil, würde jederzeit wieder beide besuchen und hoffe, dass ich auch in Zukunft nochmal wiederkommen werde.